

Kurz vor dem Start in das neue Schuljahr soll auf einige Highlights des vergangenen Schuljahres zurückgeblickt werden.
Anfang März näherte sich der 181. Geburtstag Georg Cantors. Anlässlich dieses Ereignisses fand die jährliche Festwoche unserer Schule statt. Am 05. März 2026 fand der Höhepunkt ebendieser statt: die Cantorpreisverleihung.
In diesem Jahr gab es nicht wie in den letzten Jahren mehrere Nominierte, sondern es gab einen Cantorpreisträger, der von allen Seiten mit großem Abstand benannt wurde. Daneben wurden zahlreiche Mitschülerinnen und Mitschüler zusätzlich geehrt, da zwischen ihnen keine Auswahl stattfinden konnte, ohne einzelne wertvolle Leistungen zu missachten:
Die Festveranstaltung wurde musikalisch von der Schulband mit „Don’t Speak“ von Gwen und Eric Stefani eröffnet. Danach folgten die Begrüßungsworte unseres, in der Festwoche sehr heiseren, Schulleiters Herrn Dr. Gorsler:
Er stellt fest, dass Georg Cantor seiner Zeit den Mut fasste, die Unendlichkeit mit Denken zu erfassen, obwohl seine Zeitgenossen zweifelten, ihn dafür sehr verspotteten und schlussendlich akademisch isolierten. Trotzdem war Cantor innerlich so gefestigt, dass er an seinen neuen Ideen festhielt. Diesen Mut zum Fortschritt, Grenzen zu hinterfragen, und die Bemühung, das Bild des Schulnamensgebers weiterzutragen, sei im Jahrgang der Abiturienten zu erkennen und überaus zu würdigen. Einer sticht dabei besonders hervor und wird mit dem Cantorpreis 2026 geehrt. Anschließend folgten Dankesworte an die Saalesparkasse, welche alljährlich den Cantorpreis (150 €) stiftet, die Heideklause GmbH, welche als unser Essensanbieter das Buffet zum Empfang der Nominierten sowie aller Ehrengäste stellt, und unseren Schulförderverein sowie die Elternvertretung.
Am Ende seiner Begrüßungsworte leitete Herr Dr. Gorsler zum späteren Festvortrag über, welcher in diesem Jahr von Horst Zuse, dem Sohn vom Erfinder des ersten programmiergesteuerten Rechners Konrad Zuse, gehalten wurde. Zuvor sang Syrah Lehmann „Jeunes fillettes“ von Jean-Baptiste Weckerlin.
Nach einer kurzen Vorstellung seiner selbst berichtete Herr Zuse aus dem Leben seines Vaters. Denn nicht nur Computer spielten im Leben von Konrad Zuse eine Rolle: Nach einem Maschinenbaustudium folgte der Wechsel ins Architekturstudium. Er war begeisterter Zeichner von Karikaturen und beschäftigte sich viel mit der Aquarellmalerei. 1934 schloss er ein Studium zum Bauingenieur ab und beschloss 1935, seine Arbeit zu kündigen und eine vollautomatische Rechenmaschine zu bauen. 1936 stand der erste Entwurf und es ging in die Umsetzung. Nach Umsetzung der Rechenmaschine nach Gesetzen der Potenzrechnung und der Herstellung vieler Relais aus Blech mit der Laubsäge konnte die Z1 gebaut werden, welche + - * / sowie UND und ODER der boolschen Schaltlogik ausrechnen konnte. 1943 wurde die Z1 jedoch im 1. Weltkrieg zerstört. Ein Nachbau aus dem Jahre 1987 findet sich im Technischen Museum Berlin.
Es folgten weitere Optimierungen an den Modellen durch Konrad Zuse. 1945 begann die Umsetzung der Z4, welche bedingt durch den 2. Weltkrieg erst später fertiggestellt wurde. Es gelang, die Z4 nach Hopferau zu bringen. Prof. E. Stiefel aus Zürich wird darauf aufmerksam. Er war auf der Suche nach einem leistungsfähigen Rechner. Seine Besichtigungen in den USA waren ohne Erfolg, die Z4 hingegen funktionierte tadellos. So bekam Konrad Zuse den ersten Großauftrag: 80 Tsd. Schweizer Franken für 5 Jahre Rechenleistung. Es wurde die Zuse KG gegründet, welche damals unter der Kategorie „Feinmechanik und Elektrotechnik“ im Handelsregister geführt wurde.
1985 kam der Vater unseres Festredners auch mit Steve Jobs von Apple in Kontakt. Der Macintosh stoppte damals nicht bei der Division durch 0 und lieferte falsche Ergebnisse. Die Z4 konnte dies schon in den 40er Jahren. 1995 folgte auch ein Treffen von Konrad Zuse und Bill Gates (Mitbegründer von Microsoft). Konrad Zuse konnte sich nicht vorstellen, dass man jemals mit Software auch nur einen Cent verdienen könnte, denn die Anleitung zu einer Waschmaschine wird ja auch immer kostenlos mitgeliefert. Beim Treffen erhielt Gates von Zuse ein selbstgemaltes Ölporträt, welches im Büro von Gates hängen soll.
Interessanter Fakt zum Ende: Bis zu seinem Tode hat Konrad Zuse jedoch niemals einen Personal Computer angefasst.
Anschließend präsentierte die Schulband „Total Eclipse of the Heart“ von Jim Steinman.
Nach diesem vielfältigen Programm folgte die Laudatio von Herrn Schettler, Herrn Sprawe und Herrn Richter-Rodiek. Sie wechselten sich in ihrer ab und beleuchteten die zahlreichen herausragenden Persönlichkeiten des Jahrgangs.
Herr Schettler startete dabei mit den Worten an alle Abiturienten 2025. Seit der 8. Klasse hatte er den gesamten Jahrgang regelmäßig im Unterricht und bis heute meint er oft mit „meine Klasse“ seine damals erste Klassenleitung in diesem Jahrgang. Seine Eindrücke und auch die des gesamten Kollegiums zeigten: In diesem Jahrgang wird es schwer, einen kleinen Kreis an Nominierten für den Cantorpreis auszuwählen, da es so viele engagierte MINT-, Organisations-, Kunst-, Debattier- … -Talente gibt.
Dann übernahm Herr Sprawe. Er begann damit, einige dieser zahlreichen Talente vorzustellen.
Es fuhr Herr Richter-Rodiek weiter:
Anschließend berichteten beide Laudatoren über Clara und Theresa:
Nun übernahm wieder Herr Schettler und widmete sich dem Cantorpreisträger 2026:
Seinen ersten Kontakt abseits schulischer Belange hatte er mit ihm in der 8. Klasse: Kanutour auf einem See in Brandenburg. Denys fragte, ob Herrn Schettler die mangelnden Deutschkenntnisse in den Musiktests stören. Er erläuterte, dass er erst seit knapp 4 Jahren in Deutschland wäre und die Sprache doch Herausforderungen mache. Dies war Herrn Schettler zuvor nie aufgefallen, weil die Sprache in den Musiktests keinerlei Anzeichen gab.
Nach dieser Anekdote führte Herr Schettler Denys’ Verdienste für die Schule aus. Die Schulhomepage hätte ohne Denys nicht ihr Aussehen und ihre Funktionalität, welche sie heute aufweist. In der 7. Klasse entwickelte Denys zusammen mit Frau Berthelmann den digitalen Schulrundgang. Denys’ organisatorische Chats wurden dazu nur durch die vom Vater verordnete Bettruhe in der Nacht unterbrochen. In der 6. Klasse leitete Denys die Junghacker-AG und förderte seine jüngeren Mitschüler/-innen und wurde dann zu einer jahrelangen, ehrenamtlichen Technik-AG. Auch im Schülerrat zeigte Denys sein Engagement: Umgestaltung des Speiseraums, die Neuaufstellung des Schulshops und schlussendlich die hauptverantwortliche Organisationsleitung des Tages der Kulturen. Charmant wurde der Schülerratsraum im Dachgeschoss mit dem Titel „Denys’ Büro“ versehen. Auch die Weihnachtsaktion, der Cantor-Planer, der Kontakt des Schülerrats zum Förderverein und Elternrat und die Schulchronik-AG gingen nicht spurlos an Denys’ Organisations- und Techniktalenten vorbei. Der Spagat zwischen Technik und Mensch ist herausragend gelungen.
Neben all diesen außerunterrichtlichen Aufgaben gelang es Denys zudem, im gesamten Spektrum der Fächer Bestleistungen zu erbringen. Überholt wurde er dabei in seiner Klasse nur von Theresa, welche auch noch im Sportunterricht die 1 errang. Wettbewerbserfolge verzeichnete Denys in Mathematik, Physik und Informatik sowie Sprachen. Noch während der stressigen Phase des Vorabis legte er zusammen mit Katharina an der DELF die B2-Prüfung ab. Trotzdem hatten wir oft die Sorge, dass sich Denys nicht irgendwo übernimmt, und versuchten, ihn kläglich zu bremsen. Seine Entspannung fand der Cantorpreisträger in der Herstellung von köstlichen Macarons, Eclairs und Pain au chocolat oder noch köstlicheren Crème brûlées.
Es gilt der Dank der Schule an Denys Konovalov.
Als Abschluss und Höhepunkt der Veranstaltung wurde der Cantorpreis an Denys verliehen. Auch alle anderen Benannten wurden zu einer kleinen Ehrung nach vorn gebeten, wenn auch diese durch ihre Wettbewerbs- und sozialen Verpflichtungen nicht vollständig anwesend waren. In seinen Dankesworten berichtete Denys davon, dass er seit der 7. Klasse bei jeder Cantorpreisverleihung war und niemals gedacht hätte, diesen auch einmal zu gewinnen. Er richtete zuerst einen Dank an seinen Jahrgang und alle anderen, die zur Auswahl standen. Anschließend dankte er seiner Familie und den Lehrkräften, wobei er sich in Vorbereitung auf die Dankensworte auf 15 Nennungen begrenzte, um in seiner Rede auch ein Ende zu finden. Er erzählte zudem, dass er in der 4. Klasse über die Schulhomepage auf den JIA-Technik-Kurs stieß und fasste sich daraufhin das Ziel, selbst ans GCG und in diesen Kurs zu kommen. Dabei kam er damals noch nicht auf die Idee, dass er einige Jahre später die Schulhomepage neu aufsetzen und einrichten durfte. Sein Ziel war es immer, die Schule zu verbessern. Das ist ihm wahrlich gelungen.